Au Weia...

Jeder hat so seinen eigenen Geschmack. Die folgenden Bücher sind -nach meiner Meinung- nicht das, was seriöse Information über Kampfsport bieten sollte.


Mu Sa Do von Herbert Grudzenski. Das Buch beginnt mit einem interessanten historischen Rückblick, einer brillanten Analyse der zur militärischen Selbstverteidigung notwendigen Techniken und wie der Nahkampfunterricht in der Bundeswehr vernachlässigt wird.
Die vorgestellten Techniken des Mu Sa Do stehen jedoch in dramatischem Widerspruch zu den im Buch formulierten Forderungen. Nach eigenen Angaben hat der Autor in 20 Jahren 4000 Kampftechniken geübt und geordnet – möglicherweise hat er dabei die wirksamen Techniken aus den Augen verloren.
Erheiterndes Zitat am Ende des Buches: “Es bleibt noch zu erwähnen, daß längst nicht alle Techniken, Methoden und Strategien des MU SA DO Systems zum Schutz vor unerlaubten Nachahmungen in meinem Buch veröffentlicht wurden.”
Dafür ist dem Autor mein Dank gewiß. Verlag Karl-Heinz Dissberger, Düsseldorf 1991, ISBN 3-924753-33-4.
Worlds Deadliest Fighting Secrets von Count Danté, englisches Werk aus dem Jahre 1968. Der Autor, der im Hauptberuf Friseur und Schönheitsberater ist und in einer Firma für Haarteile wirkte, hat in den 60er Jahren eine Reihe von Weltmeisterschaften gewonnen. Am 1.9.67 erklärte ihn das ‘Directive Committee of the World Federation of Fighting Arts’ zum ‘tödlichsten Mann, der lebt’. Mit netter Dim-Mak-Zeittafel (Tabelle der Nervendruckpunkte), die angibt, um welche Uhrzeit die verschiedenen Nervendruckpunkte besonders empfindlich sind. Ohne ISBN.
Ninjutsu II von Stephen K. Hayes. Auch wenn ich in der Presse immer wieder Interviews von hohen Ninjutsu-Danträgern wie Bogsaeter oder van Donk lese, die auf mich sehr seriös wirken, leidet meine Vorstellung von  Ninjutsu unter dem, was Hayes daraus macht:
In einem bebilderten Besipiel demonstriert Hayes die Vorwärtsrolle aus der Beifahrertür eines fahrenden Autos. Wie man bei genauer Analyse Ölflecken auf der Fahrbahn und der Bremsleuchten in der Bildserie erkennt, steht das Auto, als Hayes herausrollte - neben der Mißachtung physikalischer Grundgesetze ist das auch noch Betrug am gutgläubigen Leser!
Ein weiteres Beispiel zeigt eine Dame, die unter einem Fauststoß abtaucht. Dass dies in der Realität kaum möglich ist, habe ich auf dieser Homepage bei den FAQ's erläutert.
Unter anderem zeigt Hayes als Anwendung für den ‘seitlichen Handsprung’ zeigt Hayes, wie man die Straße überquert: Einfach ein Rad schlagen - aber hilft es nicht auch, wenn man nur schneller geht, Herr Hayes?

Dieses Buch ist so voller Beispiele, daß ich hier noch viele Seiten füllen könnte. Falken-Verlag 1992, ISBN 3-8068-0763-9.